Alles, was du über (Feld-)Hockey wissen musst
Obwohl Deutschland geschlechterübergreifend seit vielen Jahrzehnten zu den besten Hockeynationen der Welt zählt, erfreut sich der Sport hierzulande immer noch relativ geringer Bekanntheit. Falls du schon immer wissen wolltest, was es mit dem Treibballspiel genau auf sich hat, haben wir dir im Folgenden alle wichtigen Informationen zusammengestellt.
- Von Ägypten und Persien nach England – Die Geschichte des Hockeys
- Hockey in Deutschland
- Einfacher als gedacht – Regeln des Hockeysports
- Parallelen zum Fußball - Positionen im Feldhockey
- Ausrüstung beim Hockey
- Deutsche Dominanz? - Hockey-Wettbewerbe und die besten Mannschaften
- Eis-, Hallenhockey und Co. - Verwandte Sportarten
Von Ägypten und Persien nach England – Die Geschichte des Hockeys
Wo genau die Anfänge des Hockeysports liegen, ist heute kaum noch vollständig rekonstruierbar. Es wird angenommen, dass Hockey seinen Ursprung im alten Ägypten und Persien hat, aber erst im 19. Jahrhundert nahm das moderne Spiel Gestalt an. Die alten Ägypter kannten ein hockeyähnliches Spiel kannten. Das geht aus mehreren Wandzeichnungen hervor, die sich heute noch in einem 4000 Jahre alten Grab finden lassen.
Heute lassen sich in verschiedensten Museen Beweise finden, dass die Ballsportart ebenfalls im antiken Griechenland und Rom gespielt wurde. Da Stockballspiele auch bereits von den Azteken sowie im arabischen und asiatischen Raum ausgeübt wurden, kann man davon ausgehen, dass fast die ganze Welt eine Urform des heutigen Hockeys kannte.
Im Mittelalter waren es vor allem die Briten, die Hockey mit Sportarten wie Hurling, Banty oder Shinty näher an die Moderne brachten. Richtige Regeln gab es hier allerdings noch nicht, Mannschaften spielten teilweise mit mehr als 100 Spielern pro Team. Der heute verbotene Körperkontakt gehörte damals noch fest zum Sport, der mehr einem Kampf glich. Durch die Reduzierung der Spieler pro Team von über 100 auf knapp 15 und die Einführung eines Regelwerks wurde Hurling etwas gemäßigter und kann als direkter Vorläufer des Hockeys angesehen werden.
Die Herkunft des Begriffs “Hockey” ist nicht ganz klar, jedoch setzten sich zwei mögliche Theorien durch. Als wahrscheinlicher gilt die Ableitung vom altfranzösischen “hoquet”, was so viel wie Schäferstock bedeutet.
Im Folgenden geriet die Entwicklung des Sports bis zum 19. Jahrhundert ins Stocken, hauptsächlich spielte man ihn an Schulen. 1832 wurde am Eton-College in England Hockey als "guter Sport“ empfohlen und als Pflichtfach für Mädchen eingeführt – als Pendant zum Rugby für die Jungen. 1840 wurde der erste Hockeyclub der Welt von ehemaligen Schülern einer Schule in London-Blackheath unter dem Namen "Blackheath Football and Hockey Club“ gegründet. 1852 folgte in Harrow (London) die Festlegung eines ersten schriftlich fixierten Regelwerks für das Hockeyspiel, um einen Spielbetrieb zu ermöglichen. Gespielt wurde dort allerdings noch mit einem Würfel als Spielgerät.
Weiter modernisiert wurde das Spiel während der 1870er Jahre durch mehrere Londoner Cricket-Clubs. Diese suchten nach einer anderen Wintersportart als Fußball und nahmen sich der Aufgabe an, das Hockey zu revolutionieren. 1875 wurde in London die "Hockey Union“ gegründet. Gespielt wurde neuerdings mit einem Cricketball, außerdem sank die Anzahl an Spielern auf die heute bekannten elf pro Mannschaft. Damit war England das erste Land mit einer nationalen Vereinigung und kann als Mutterland des modernen Hockeyspiels angesehen werden.
Hockey war hier, um zu bleiben - das war spätestens seit der Gründung der Hockey Association 1886 in England klar, nachdem eine erste Gründung 1882 scheiterte. Dass das Damenhockey schon damals gesellschaftlich akzeptiert wurde, half der Popularität der Sportart natürlich weiter. Der erste Dachverband der Damen wurde nur kurz nach dem der Herren gegründet. Jedoch waren Röcke für Spielerinnen vorgeschrieben.
Durch die Kolonialgeschichte der Briten, die unter anderem ihren Sport in den Kolonien verbreiteten, erlangte Hockey bald globale Bekanntheit. Daher kommt es nicht überraschend, dass das Treibballspiel bereits 1908 den Olympischen Spielen angehörte - allerdings nur für die Herren. Das tut es auch bis heute, mit der Ausnahme von 1924. Da der Sport keinen internationalen Verband hatte, wurde er von den Spielen ausgeschlossen, woraufhin in Paris die “Fédération Internationale de Hockey sur Gazon” gegründet wurde. Die FIH ist bis heute der Hockey-Weltverband, allerdings strich er “sur gazon” 1965 aus seinem Namen. Auch die Damen gründeten bald (1927) einen eigenen Weltverband, die International Federation of Woman's Hockey Associations. Die IFWHA gab erst 1983 ihre Eigenständigkeit auf und gliederte sich in die FIH ein. 1980 wurde Damenhockey olympisch.
In Deutschland wurde der Sport ebenfalls durch die Briten popularisiert. 1887 gründeten englischstämmige Hockeyspieler in Hannover und Heidelberg die ersten Hockeyvereinigungen. 1896 fand das erste Wettspiel auf deutschem Boden statt. Kurz nach der Jahrhundertwende entstand in Hamburg der erste offizielle Hockey-Club (1. Hamburger Hockey Club), nur zwei Jahre vorher fand in Berlin das erste Spiel der Damen statt (Berliner Damen-Hockey Club). Durch die wachsende Beliebtheit des Sports war die Gründung des Deutschen Hockey-Bunds im Rahmen einer internationalen Hockeywoche in Bonn am 31.12.1909 überfällig.
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Hockey in Deutschland
In Deutschland fungiert der Deutsche Hockey-Bund als Dachverband mit Hauptquartier in Mönchengladbach. Dieser koordiniert den Spielbetrieb sowohl im Feld- als auch im Hallenhockey. Die Bundesliga für Damen und Herren ist jeweils eingleisig und umfasst zwölf Teams. Darunter befindet sich die 2. Bundesliga, die in eine Nord- und eine Südgruppe unterteilt ist. Danach folgen die vier Regionalligen (Nord, Ost, West, Süd), wobei im Süden zusätzlich eine 2. Regionalliga besteht, die in West- und Südstaffeln gegliedert ist (umfassend Hessen, Rheinland-Pfalz/Saar sowie Bayern, Baden-Württemberg). Alle 15 Landesverbände unterhalten unterhalb der Regionalliga eine Oberliga sowie diverse Verbandsligen.
In den sechs Jugend-Altersklassen (U14 männlich/weiblich, U16 m/w, U18 m/w) werden auf dem Feld und in der Halle deutsche Meisterschaften ausgetragen.
Die Erfolge der deutschen Hockeyteams dieses Jahrtausends beeinflusst die Vereinsentwicklung sichtlich positiv. Mittlerweile ist Hockey ein, abgesehen vom Corona-Jahr 2020, in Deutschland stetig wachsender Sport mit mittlerweile rund 84.000 Mitgliedern. Etwa 30% mehr als noch vor 20 Jahren.
Wurde auch dein Interesse geweckt? Dann findest du hier 111 Gründe, Hockey zu lieben.
Falls du die Feldhockey-Bundesliga live verfolgen willst, geht das über die Website der deutschen Hockeyliga, auch auf Abruf. Seit der Saison 2023/24 werden die Spiele der Feldhockey-Bundesliga der Herren und der Damen vom Streamingdienst Dyn übertragen, der die Spiele in dieser Saison kostenlos auf seinem Youtube-Kanal überträgt. Das Verfolgen im Liveticker ist ebenfalls über mehrere Anbieter wie z.B. die Sportschau möglich.
Einfacher als gedacht – Regeln des Hockeysports
Hockey und Fußball weisen viele Ähnlichkeiten auf. Wir erklären dir, was du wissen musst, um das nächste Hockeyspiel, das du dir anschaust, zu verstehen.
Spielprinzip & Hockeyfeld
Beim Feldhockey stehen sich Teams von jeweils elf Spieler:innen gegenüber. Jede Mannschaft kann beliebig oft und beliebig viele Spieler:innen von ihrer Mannschaftsbank einwechseln. Das Feld, auf dem das Spiel stattfindet, hat mit Maßen von 91,4 m Länge und 55 m Breite nur einen etwas kleineren Umfang wie ein Fußballplatz. Als Seitenlinien bezeichnet man die längeren, als Grundlinien die kürzen Seiten des Spielfelds, welche durch 7,5 cm breite weiße Linien gekennzeichnet sind. Die Mittellinie verläuft parallel zur Grundlinie quer über das Spielfeld. Sie hat auf beiden Seiten den gleichen Abstand zu den Grundlinien. Die beiden Viertellinien verlaufen ebenfalls quer über das Spielfeld und müssen einen Abstand von 22,9 m zu der Grundlinie haben. Die Tore stehen mittig unmittelbar hinter der Grundlinie.
Weitere Markierungen sind der Siebenmeter-Punkt (der sich 6,40 m entfernt vom Tor befindet) sowie die Markierungen für Strafecken 5 m neben dem Tor und lange Ecken 5 m von der Torauslinie entfernt an der Seitenauslinie. Wichtig ist außerdem der Schusskreis, der sich in einem Radius von 14,63 m von beiden Toren entfernt befindet. Nur Schläge, die innerhalb dieses Kreises erfolgen, sind gültig und zählen als Torerfolg.
Die Spielzeit ist in vier Viertel mit je 15 Minuten Spielzeit unterteilt. Zwischen dem ersten und zweiten, sowie dritten und vierten Viertel befindet sich eine 2-minütige Pause während der die Spieler das Spielfeld nicht verlassen dürfen. Eine längere Pause befindet sich zwischen dem zweiten und dem dritten Viertel. Die Halbzeitpause dauert 5 Minuten. Insgesamt umfasst ein Hockeyspiel also eine Spielzeit von einer Stunde. Da die Uhr allerdings bei fast jeder Spielunterbrechung pausiert wird, unterscheiden sich Brutto- und Nettospielzeit kaum.
Ein Tor erzielt man, indem ein Angreifer den Ball innerhalb des Schusskreises der gegnerischen Mannschaft schießt oder berührt und dieser in Folge dessen die Torlinie komplett überquert. Auch wenn ein abwehrender Spieler oder der Torhüter den Ball auf diesem Weg zum Tor mit dem Schläger oder dem Körper berührt zählt das Tor.
Besonderheiten
Im Gegensatz zum Fußball ist Hockey ein fast komplett körperloser Sport. Den Ball irgendwie abzuschirmen oder Gegenspieler:innen aktiv zu behindern, ist verboten. Der Ball darf weiterhin ausschließlich die flache Seite des Schlägers berühren, jeder andere Teil des Schlägers sowie jedes Körperteil ist verboten. Eine Ausnahme bildet der Torhüter bzw. die Torhüterin, der/die den Ball mit seiner gesamten Ausrüstung abwehren darf.
Der Ball darf nur hoch gespielt werden, wenn kein/e Spieler:in dabei aktiv gefährdet wird. Bei der anschließenden Ballannahme ist es dem gegnerischen Team verboten, der annehmenden Person näher als fünf Meter zu kommen. Diese muss den Ball zuerst auf den Boden bringen und kontrollieren. Sollte der Ball ungenau gespielt werden und nicht klar sein, welche Mannschaft dem Ball am nächsten ist, bekommt die Mannschaft den Ball, die ihn vorher nicht geschlagen hat.
Falls es nach 60 Minuten keinen Sieger gibt, wird bei K.o.-Wettbewerben auf ein Shoot-Out zurückgegriffen. Bei diesen startet der/die angreifende Spieler:in von der Mittellinie aus und muss den/die gegnerische/n Torhüter bzw. Torhüterin innerhalb von acht Sekunden überwinden. Zunächst treten jeweils fünf Spieler:innen an, weiter geht es anschließend im Sudden Death-Format.
Strafen
Regelverstöße eines/r Hockeyspielers bzw. Hockeyspielerin werden vom Regelwerk in drei, bzw. vier verschiedene Stufen unterteilt. Die grüne Karte des/der Schiedsrichters bzw. Schiedsrichterin bedeutet die mildeste Strafe. Sie gilt in erster Linie als Verwarnung und zieht einen Spielausschluss von zwei Minuten nach sich.
Die gelbe Karte zieht eine Strafe von zwei bis zehn Minuten nach sich, je nach Schwere des Vergehens. Sollte ein/e Spieler:in eine zweite gelbe Karte erhalten, ist er/sie vom Rest des aktuellen Spiels und vom nächsten Spiel ausgeschlossen.
Die rote Karte ist die Höchststrafe beim Hockey, sollte ein/e Spieler:in diese erhalten, ist er für mindestens zwei Spiele gesperrt. Des Weiteren muss der/die Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterin einen ausführlichen Bericht zu seiner^/ihrer Entscheidung verfassen. Sie wird nur bei sehr schweren Vergehen verhängt.
Eine Strafecke erfolgt, sobald ein Team einen Regelverstoß innerhalb, oder einen groben Regelverstoß außerhalb des Schusskreises begeht. Nun darf die angreifende Mannschaft den Ball hinter der Torauslinie einschlagen, der Ball muss hinter dem Schusskreis von den angreifenden Spieler:innen aufgenommen werden. Der/Die Torhüter bzw. Torhüterin und vier Spieler:innen der verteidigenden Mannschaft dürfen sich zu dieser Zeit auf der Torlinie aufhalten und versuchen, ein Tor zu verhindern.
Einen Siebenmeter gibt es, sollte die verteidigende Mannschaft die Angreifer:innen im Schusskreis an einem Tor oder einer glasklaren Torchance hindern. Für diesen wird die Zeit angehalten. Ein Siebenmeter wird ebenfalls durch ein Foul des/der Torhüter bzw. Torhüterin am Angreifer während eines Shoot-Outs verhängt.
Verschiedene Schläge
Beim Hockey gibt es viele verschiedene Schlagarten für verschiedene Spielsituationen. Um ein Tor zu erzielen, ist das klassische Schlagen die bekannteste. Hierbei holt der/die angreifende Spieler:in aus, hält beide Hände am Schlägergriff und versucht, den Ball nur mit der Keule zu treffen.
Beim Schieben wird der Ball länger geführt als bei allen anderen Techniken, dabei befindet sich die rechte Hand am Schlägergriff und die linke Hand in etwa in der Schlägermitte. Das ist auch beim Dribbling die typische Handhaltung. Das Schieben bietet den Vorteil, die Richtung des Balls noch im letzten Moment zu ändern.
Die Standardhaltung erfolgt unter anderem auch beim Schlenzen, hier ist das Ziel, den Ball möglichst hoch zu spielen. Das gelingt, indem du den Schläger hinter den Ball bringst. Hoch gespielt wird der Ball auch beim Lupfen, allerdings dient das eher der Überwindung eines Gegenspielers beim Zweikampf.
Das Schrubben ist die standardmäßige Passtechnik, bei der der Schläger flach über den Boden geführt wird. Beide Hände sind hierbei am Griff. Eine spezielle Passtechnik ist die argentinische Rückhand. Bei dieser wird der Schläger auf der linken Seite des Körpers flach über dem Boden geführt und der Ball mit der Vorderkante beschleunigt.
Parallelen zum Fußball - Positionen im Feldhockey
Die Positionen beim Hockey sind im Grunde ähnlich zum Fußball. Gespielt wird stets mit zehn Feldspieler:innen und einem Torhüter bzw. einer Torhüterin. Die Formation weist hierbei häufig Ähnlichkeiten mit dem 4-3-3 auf, das dir vielleicht aus dem Fußball ein Begriff ist. Meist stehen also vier Verteidiger:innen, drei Mittelfeldspieler:innen und drei Angreifer:innen auf dem Feld.
Verteidigung
In einer Viererkette aufgestellt, besteht diese aus je zwei Außen- und zwei Innenverteidiger:innen. Die Außenverteidiger:innen, auch linker und rechter Rücken genannt, können den Spielaufbau über die Flügel unterstützen. Primär sind sie jedoch für die Defensive wichtig. In der Innenverteidigung wird in der Regel zwischen Frontstopper:in und dem mittleren Rücken unterschieden. Der/die Frontstopper:in agiert hinter den Mittelfeldspieler:innen oft als zusätzliche Absicherung, während der mittlere Rücken etwas weiter hinten zurückbleibt. Die Verteidigung wird auch Vierer-Aufbau genannt.
Mittelfeld
Das dreiköpfige Mittelfeld ist im Dreieck aufgestellt. Das ermöglicht eine Vielzahl an Passwegen und –stafetten, um den Ball ins letzte Viertel zu bringen. Vor allem die zentrale Position muss hier weite Wege gehen. Sie ist in erster Linie dafür zuständig, den Ball nach vorne zu tragen, jedoch muss sie auch die Verteidigungslinien schließen. Die äußeren Mittelfeldspieler:innen füttern die Mitte und den Angriff mit Pässen.
Angriff
Aus zwei Außenspieler:innen und einer zentraleren Stürmerposition bestehend, erklärt sich der Angriff fast von selbst. Die Flügel sind dafür zuständig, die Außenverteidiger:innen des Gegners von der Mitte abzulenken. Diese ist anschließend frei für den/die zentrale/n Angreifer:in oder das Mittelfeld.
Torwart
Im Tor steht der/die Torhüter:in. Auf diese/n kommen die gleichen Aufgaben zu wie in anderen Sportarten auch. Hauptziel ist, logischerweise, den eigenen Kasten sauber zu halten. Im besten Fall durch das Parieren von gegnerischen Schüssen, sowie schnellen Reflexen und Reaktionen. Entscheidend ist außerdem die Kommunikation mit den anderen Spieler:innen, insbesondere der Abwehr.
Variationen
Je nach Spielsituation ist es möglich, dass an der Formation taktische Änderungen vorgenommen werden. Diese geschehen meist durch das Verschieben eines/r Verteidigers/in ins Mittelfeld oder sogar in den Angriff. Um den Angriff zu stärken, werden meist Außenverteidiger:innen nach vorne gezogen, der/die andere Außenverteidiger:in zieht anschließend in die Mitte, um einen Dreier-Aufbau zu bilden. Wenn man allerdings den Druck im Mittelfeld erhöhen will, geschieht dies durch das Aufrücken eines/r Mittelfeldspielers:in. Gespielt wird vorwiegend mit Manndeckung als defensive Taktik.
Mehr zu den Regeln im Hockey findest du hier:
- Hockey verständlich gemacht: Regeln, Spielpraxis, Stars und Teams
- Alles über Hockey: Regeln, Fakten und Insiderwissen
Ausrüstung beim Hockey
Bestimmte Spielkleidung ist beim Hockey essentiell. Andere tragen die Spieler:innen freiwillig. Dann gibt es noch den Schläger und Unterschiede zwischen den Positionen. Hier erfährst du, was du bei der Wahl des Equipments zu beachten hast und womit die Profis ausgestattet sind.
Der Hockeyschläger
Der Hockeyschläger ist neben dem Ball der wahrscheinlich wichtigste Bestandteil des Sports. Dessen Stocklänge wird in Zoll angegeben. Bei Erwachsenen ist in der Regel eine Länge von 36,5 Zoll angemessen, es gibt jedoch auch bis zu dreieinhalb Zoll längere Übergrößen. Es gilt: Wenn der Schläger dir bis zum Bauchnabel reicht, ist er normalerweise der richtige für dich.
Ebenfalls zu beachten ist der Vorspann des Schlägers. Der gibt die Höhe der Krümmung von der Oberseite des Griffes bis zur Keule des Schlägers an. Seit 2006 darf dieser maximal 25mm betragen. Grundsätzlich sollten Anfänger eher mit geringerer Krümmung spielen, da diese ihnen mehr Genauigkeit bei Dribbling und Schlag ermöglicht. Profis spielen mit starkem Vorspann, der ihnen u.a. bei speziellen Schlagtechniken mehr Geschwindigkeit verleiht.
Weiter ist die Position der maximalen Krümmung, auch Bow genannt, zu beachten. Sollte dieser Punkt nah an der Keule liegen, so spricht man von einem Low-Bow. Dem Schlägergriff am nächsten ist die Krümmung beim Standard-Bow, in der Mitte liegt (passenderweise) der Mid-Bow. Profis setzen auf den Low-Bow, bzw. auf Abwandlungen von diesem. So existieren noch Pro- und X-Bow, letzterer wird von Spezialisten aufgrund seiner Vorteile für Offensivspieler vermehrt genutzt.
Entscheidend ist auch die Keulenform. Hier wird zwischen fünf verschiedenen Arten von Keulen unterschieden:
- Die Mini-Keule, die kleinste Keule und ideal für schnelles Dribbling, jedoch ist durch die geringe Fläche die Ballverarbeitung anspruchsvoller. Sie ist ähnlich zur 3D-Keule, die durch ihre schmale Spitze für mehr Ballkontrolle, vor allem in der Luft, steht.
- Die Maxi-Keule bietet das Gegenstück. Vergleichbar mit der Hook-Keule, bietet sie deutlich größere Ballkontrolle beim Stoppen des Balls. Allerdings musst du am Ball mit deutlich schwerfälligeren Bewegungen rechnen. Geeignet sind diese Keulen besonders für Verteidiger:innen.
- Die Midi-Keule befindet sich, wie der Name bereits verrät, längentechnisch zwischen Mini- und Maxi-Keule. Daher bietet sie eine gute Balance zwischen gutem Dribbling und solider Ballverarbeitung.
Beim Feldhockey werden mittlerweile fast ausschließlich Kunststoffschläger eingesetzt, Holzschläger sind vereinzelt noch in Gebrauch. Diese bieten zwar etwas mehr Ballkontrolle und sind günstiger, jedoch kann mit ihnen deutlich weniger Schlagkraft erzeugt werden. Außerdem sind sie verschleiß- und bruchanfälliger. Die Steifigkeit eines Schlägers entsteht durch das verarbeitete Carbon, das mit Aramidfasern und Fiberglas kombiniert wird. Je steifer ein Schläger, desto höher ist die Schlagkraft, gleiches gilt allerdings für den Preis.
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Der Hockeyball
Dieser unterscheidet sich im Vergleich zu anderen Sportarten vor allem darin, dass er nicht mit Luft gefüllt ist. Ein bestimmtes Material ist vom DHB tatsächlich nicht vorgeschrieben. Der Feldhockeyball muss kugelförmig und hart sein. Zusätzlich muss er sich farblich von der Spielfeldoberfläche unterscheiden.
Umfang und Gewicht sind jedoch genormt, so darf ersterer nicht über 23,5 cm und nicht unter 22,4 cm liegen, während sich das Gewicht zwischen 156 und 163g bewegt. Die Farbe ist theoretisch ebenfalls frei wählbar, allerdings wird weiß bevorzugt. Bei internationalen Turnieren sind auch gelbe Bälle nicht selten, da diese für Zuschauer besser zu sehen sind.
Schuhe
Hockeyschuhe bieten bestenfalls Schutz, Stabilität, Komfort und Federung. Die Federung ist wichtig, um die entstehenden Kräfte zu absorbieren. Entscheidend ist außerdem der Schutz der Knöchel und des gesamten Fußes durch möglichen Gegner- oder Ballkontakt, weswegen die Schuhe sehr stabil sein sollten. An oberster Stelle steht aber natürlich dein eigener Komfort in den Schuhen, die bestenfalls sehr eng anliegen. Stollenschuhe sorgen auf Kunstrasen für den besten Halt.
Schutzausrüstung
Durch den harten Ball und die Schläger kann Hockey trotz seiner kontaktlosen Spielweise ein gefährlicher Sport sein. Schwere Verletzungen gibt es allerdings kaum. Verantwortlich dafür ist Equipment, das den Spieler auf verschiedene Weise schützt. Dazu gehören:
- Schienbeinschützer sind nicht vorgeschrieben, werden aber von allen Spieler:innen getragen..
- Der Mundschutz ist, insofern er getragen wird, nützlich, um Zahn- und Kieferverletzungen zu verhindern. Die professionelle Anfertigung ist allerdings recht teuer.
- Der Schutzhandschuh befindet sich immer an der linken Hand und bietet mehr Sicherheit beim Zweikampf. Auf dem Feld ist er aber noch recht selten.
- Gesichts- und Knieschutz wird von Defensivspieler:innen verwendet, wenn diese während einer Strafecke die Torlinie verteidigen.
Torwart
Der Torhüter bzw. die Torhüterin erhält im Gegensatz zu den Feldspieler:innen eine ganz eigene Ausrüstung, die vorrangig dem Schutz dient. Er/Sie trägt in der Regel einen Vollkörperschutz für den Oberkörper. Schutz für den Unterkörper bieten die meist die sehr eng anliegenden Hosen mit integrierten Kunststoffplatten. Bein- und Fußschutz werden Kicker und Schienen genannt, diese sind, je nachdem, wie viel Schutz sie bieten, sehr teuer. Empfehlenswert ist ebenfalls ein Suspensorium. Der Torwartschläger ist ähnlich zum normalen Hockeyschläger. Es gibt jedoch kleine Unterschiede, diese liegen in der speziellen Krümmung und Form. Damit können die Torhüter:innen flache sowie leicht aufsetzende Bälle besser abwehren.
Deutsche Dominanz? - Hockey-Wettbewerbe und die besten Mannschaften
Grundsätzlich existieren drei internationale Wettbewerbe, die für Hockey von größter Bedeutung sind. Im Folgenden erfährst du die wichtigsten Informationen zu allen Sieger:innen. Außerdem verraten wir dir, wo die nächsten Veranstaltungen stattfinden.
Olympia
Bei den olympischen Spielen gehört Feldhockey seit 1928 zum stetigen Aufgebot, seit 1980 ist die Teilnahme auch den Damen gestattet. Zu den olympischen Anfangsjahren waren die Briten überaus erfolgreich. Diese wurden jedoch schnell durch Indien und Pakistan abgelöst, die durch die Kolonialisierung erst zu dem Sport kamen. Zwischen 1928 und 1968 gingen alle Goldmedaillen an einen der beiden asiatischen Staaten. Die deutsche Herren-Nationalmannschaft konnte 1972, 1992, 2008 und 2012 die Goldmedaille gewinnen. Indien hält mit acht Goldmedaillen bis heute den Rekord.
Nach 1972 wurde die olympische Landschaft ausgeglichener. Australien schaffte es zehnmal unter die ersten vier, die Niederlande standen zweimal und Deutschland sogar dreimal ganz oben auf dem Podium. 2021 konnte Belgien die Spiele für sich entscheiden.
Im Damenbereich sind im Grunde die gleichen Mannschaften erfolgreich. Das deutsche Damen-Nationalteam wurde 2004 Olympiasieger, Argentinien scheiterte dreimal im Finale an der Goldmedaille.
Weltmeisterschaften
Die indische Dominanz bei Olympia spiegelt sich bei den Weltmeisterschaften der Damen nicht wider. Diese konnten es nie unter die besten drei schaffen, die Niederländerinnen allerdings waren bei den letzten drei WMs erfolgreich. Insgesamt gewannen sie neun Titel. Auf sie folgen Argentinien, Australien und Deutschland, die je doppelt Gold gewannen.
Rekordweltmeister der Herren ist Pakistan (4 Gold- und 2 Silbermedaillen), dicht gefolgt von den Niederlanden (3 Gold-, 4 Silber- und 3 Bronzemedaillen) und Australien (3 Gold-, 2 Silber- und 5 Bronzemedaillen). Die deutsche Herren-Nationalmannschaft liegt im Medaillenspiegel auf Platz 4 und wurde 2002, 2006 und 2023 den Weltmeistertitel holen.
Beim Hallenhockey sind die Deutschen seit den ersten Weltmeisterschaften 2003 das Maß aller Dinge. Geschlechterübergreifend konnten sie sich bislang 6 x den Titel bereits sichern (3 x Damen und 3 x Herren). Einzig bei der WM 2023 in Südafrika schafften es die Deutschen nicht auf das Podium. Dies war jedoch nicht leistungsbedingt. Sowohl das deutsche Herren-Nationalteams, als auch das deutsche Damen-Nationalteam verzichteten auf die Teilnahme aufgrund terminlicher Probleme.
Europameisterschaften
Die Feldhockey-Europameisterschaften der Herren sind im Grunde ein Privatduell zwischen den Deutschen und Niederländern. Sie machten 15 von 19 EM-Titeln unter sich aus, mindestens eine Nation war jedes Jahr unter den besten drei. Bei den Damen sind die Niederlande allerdings beinahe unbesiegbar, von 16 möglichen Titeln konnten sie 12 gewinnen. Sowohl die nächste Herren-, als auch Damen-EM finden im August 2025 in Mönchengladbach statt.
Eine noch größere Dominanz lieferten allerdings die deutschen Herren und Damen beim Hallenhockey. Seit den ersten Hallenhockey-Europameisterschaften (Herren; 1974; Damen: 1975) konnten die deutschen Teams geschlechterübergreifend bislang 34 Goldmedaillen gewinnen. Die einzigen anderen Nationen, die ansonsten mehrfach erfolgreich waren, sind Österreich (Herren) und die Niederlande (Damen).
Die besten Spieler:innen und Trainer:innen
Den wahrscheinlich größten Anteil am Erfolg der Nationalteams hatten vermutlich zwei Namen. Die erste Erwähnung muss hier an die Rekordnationalspielerin Natascha Keller gehen. Die Olympiasiegerin von 2004 schaffte mit diesem Triumph das, was ihrem Vater schon 1972 gelang. Weiter wurde die Stürmerin 1998 Europameisterin in der Halle sowie Welthockeyspielerin im darauffolgenden Jahr.
Als erster Hockeyprofi war sie Fahnenträgerin bei den Olympischen Spielen in London 2012. Nach den Spielen beendete die damals 35-jährige ihre Karriere in der Nationalmannschaft. Kurz vor den Spielen wurde sie in diesem Video kurz vorgestellt.
Bei den Männern stand Mo Fürste über ein Jahrzehnt lang an der Hockey-Weltspitze. Der Goldmedaillengewinner von 2008 und 2012 konnte diesen Erfolg 2016 nicht wiederholen. Trotzdem erreichte die deutsche Mannschaft den dritten Platz. Abgesehen von Olympia gewann der Mittelfeldspieler sechs weitere Goldmedaillen, verteilt auf Halle und Feld.
Der Hamburger war 2008 und 2010 wertvollster Spieler der Euro Hockey League, als Welthockeyspieler wurde er 2012 ausgezeichnet.
Der auch über den Hockeysport hinaus wahrscheinlich bekannteste Trainer ist Bernhard Peters. Der Coach gewann mit der Herren-Nationalmannschaft zwischen 2000 und 2006 drei Weltmeistertitel. 2006 wurde er als möglicher Sportdirektor beim DFB gehandelt, bevor er kurze Zeit später ei der TSG 1899 Hoffenheim unterschrieb. Weiter war er bis 2008 im DFB-Trainerteam als Berater aktiv. Zu seinen anderen Stationen im Profifußball zählen der HSV, Schalke 04, Mainz sowie St. Louis City in der MLS.
Bernhard Peters schreib sein Wissen, welches er in Form von Erfahrungen erlangte, in mehreren Büchern nieder. Hier sind ein paar davon:
Eis-, Hallenhockey und Co. - Verwandte Sportarten
Neben dem im Artikel hauptsächlich beschriebenen Feldhockey gibt es noch einige andere, zum Teil auch sehr ähnliche, Spiele, in die wir dir eine kurze Einführung geben wollen. Die meisten sind dir wahrscheinlich schon ein Begriff, aber vielleicht kennst du dich mit den Regeln nicht komplett aus. Wir stellen dir die Sportarten kompakt vor.
Eishockey
Seit 1924 olympisch, ist Eishockey von allen Hockeyvarianten wahrscheinlich die bekannteste. Auf der Eisfläche stehen sich je fünf Spieler:innen und ein Torwart gegenüber. Berühmt für die überaus körperbetonte Spielweise, gibt es aber auch andere Elemente, die es vom Feldhockey unterscheiden. So existieren zum Beispiel mehrere Abseitsregeln, außerdem ist es erlaubt, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, mit beiden Seiten des Schlägers zu berühren.
Auf dem 60 m langen und 30 m breiten Spielfeld dominierten jahrzehntelang die Sowjetunion und Kanada. Heutzutage gehören diese zusammen mit den skandinavischen Nationalmannschaften immer noch zu den besten Teams. Die sowjetische Dominanz wurde bei den olympischen Winterspielen 1980 das erste Mal durch die US-Amerikaner beim legendären “Miracle on Ice” durchbrochen.
Einradhockey
Ziel des Spiels ist, möglichst viele Punkte zu erzielen, indem ein Tennisball mit einem Eishockeyschläger ins Tor befördert wird. Bei den Toren handelt es sich um jene, die man auch aus dem Eishockey kennt. Die Besonderheit am Einradhockey ist aber – wie man dem Namen entnehmen kann – dass die Spieler:innen sich nicht zu Fuß, sondern auf einem Einrad durch die Halle bewegen. Dies setzt einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn sowie ein fortgeschrittenes Niveau beim Einradfahren, eine gute Koordination und Treffsicherheit voraus.
Ein Spiel umfasst zwei Halbzeiten und eine Halbzeit dauert jeweils zwischen zehn und 20 Minuten. Die Sportart scheint weitestgehend unbekannt zu sein, obwohl in Deutschland schon seit einigen Jahren Spiele ausgetragen werden: Die Erste Deutsche Einradhockeyliga entstand bereits 1995.
Klingt interessant? Hier erfährst du alles weitere über ungewöhnliche Sportarten.
Roller-Hockey
Vergleichbar mit einer Sommervariante des Eishockeys, weisen beide Sportarten sehr ähnliche Merkmale auf. Unterschiede zum Eishockey sind vor allem das deutlich weniger körperbetonte Spiel, das Spielgerät (ein Ball und kein Puck). Ebenfalls die Tatsache, dass der Ball mit keinem Körperteil oder den Rollschuhen berührt werden darf. Die einzige Ausnahme bildet der Torwart.
Es ist außerdem nicht zu verwechseln mit Inline-Hockey, das deutlich mehr an Eishockey erinnert. Auf dem Feld, das maximal 44 m lang und 2 2m breit ist, stehen je vier Feldspieler:innen sowie ein Torwart gegenüber. Beliebt ist es vor allem in heißeren Ländern, da diese logischerweise weniger Möglichkeiten haben, dem Eishockey nachzugehen. In Deutschland kämpften in der Rollhockey-Bundesliga dieses Jahr zehn Teams um den Meistertitel.
Floorball
Floorball oder Unihockey ist eine in Deutschland stetig wachsende Trendsportart. Die Herkunft kann nicht komplett geklärt werden, allerdings geht man von den USA, der Schweiz oder dem skandinavischen Raum aus. Beim Treibballsport, der in einer 40 m langen und 20 m breiten Halle ausgetragen wird, stehen sich je fünf Feldspieler:innen und ein Torwart gegenüber. Die Regeln sind denen des Hockeys ähnlich, die Länge eines Spiels ist identisch. Allerdings wird sie in drei Drittel zu je 20 Minuten unterteilt.
Die Schläger ähneln eher denen des Eishockeys, außerdem darf man, anders als beim Hockey, den Ball mit beiden Seiten schlagen und führen. Dieser Ball ist aus Kunststoff, besitzt 26 Löcher und ist innen hohl, weswegen er extrem leicht ist. Die größten Unterschiede zum Hockey bestehen darin, dass die Torhüter:innen keine Schläger, sondern nur Handschuhe tragen. Außerdem kann ein Tor vom kompletten Spielfeld aus erzielt werden kann. Ebenfalls darf der Ball mit dem Fuß berührt werden. Die Regeln des Floorball werden dir in diesem Video noch mal kurz erklärt.
Neugierig geworden? In diesem Beitrag erfährst du mehr über Floorball.